Akte A.M.T: Youtube sperrt A.M.T Videoclip „Hart Durchregieren“
Haben Youtube und Myspace bereits 2006 das Anti-Irak-Kriegs-Video von A.M.T ohne Begründung gelöscht, sind es nun stark verfremdete Erotik-Bilder zu dem A.M.T -Burner„Hart Durchregieren“, die Youtube zu Weihnachten als „Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen“, wie es zur rudimentären Begründung heißt, zur Löschung veranlassen. Ein weiterer Verstoß werde mit Account-Löschung betraft. Das Protestschreiben des A.M.T-Managements wird nicht beantwortet.
So werden über Jahrzehnte erstrittene Freiräume, die – auch in den USA – durch höchstrichterliche Rechtsprechung vom Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sind, von Plattformen wie MySpace, Youtube oder Facebook durch vor-demokratische, inhaltlich diffuse „Nutzungsbedingungen“ ersetzt, die durch firmeneigene Zensurbehörden durchgesetzt werden – unter aktiver Mitwirkung der Portal-User, die als Digital-Blockwärte „unangemessenen“ Content berichten.
Wir meinen: Es ist an der Zeit für eine digitale Grundrechtcharta, die die privaten Provider öffentlichen Raums an rechtsstaatliche, transparente und mit Einspruchsmöglichkeiten verbundene Standards bei der Bewertung und Löschung von Inhalten bindet.
Eine hart durchzensierte Fassung des Clips haben wir – bei Youtube – online gestellt:

Akte Quasi: Neue Youtube Zensur-Software
Ende November wird ein brdBA$$$-Video über den Rapper König Quasi gesperrt. Begründung hier: Es werde Copyright-geschütztes Material der Warner Media Group verwendet, eine eindeutig falsche Unterstellung, die sich auf den Song „König der Welt“ von Quasi bezieht.
Hintergrund ist die Auseinandersetzung zwischen Warner und Youtube: Alle Warner-Inhalte sind seit Anfang 2009 auf Youtube gesperrt. Youtube seinerseits scannt alle eingestellten Inhalte mit einer heuristischen Software und sperrt diese auf Verdacht, es könne sich um Warner-Inhalte handeln.
Schlechte Zeiten für Verdächtige: Das für diese Fälle vorgesehene Einspruchsformular führt bislang zu keinerlei Reaktion seitens Warner oder Youtube.
Hier eine Version des Clips, bei dem der Song runtergepitcht wurde und anstandslos die Zensursoftware passiert:

Akte Taktlo$$: Pfarrer Dr. Peter Neumann diffamiert?
Vor der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche: „Hier wird gepisst von Ausländern, hier werden Texte gesungen – macht das mal alles vor der Moschee“. Mit diesen Worten erteilt Pfarrer i.R. Dr. Peter Neumann dem rappenden Taktlo$$, der vor der Kirche ein Video dreht, die rote Karte. Nach einem Wortgefecht verschwindet der Pfarrer verärgert im gegenüberliegenden „Weltladen“.
Das liegt nun vier Jahre zurück, ist aber seither in dem Videoclip „Wer ist dein Gott“ von Taktlo$$ auf Youtube und anderswo dokumentiert und hat über 600 000 Zuschauer interessiert.
Jetzt wird die fast vergessene Angelegenheit wieder aufgewärmt: Zu Weihnachten wird brdBA$$$ von Dr. Peter Neumann – offenbar in Ermangelung eines verantwortlichen Ansprechpartners – aufgefordert, das auf brdbasss.de eingebettete Youtube-Video von der Seite zu nehmen. Begründung: Verletzung von Persönlichkeitsrechten und Diffamierung des Pfarrers. Auch die Löschung des Youtube-Clips wird angestrebt, teilt der Pfarrer zudem auf dem brdBA$$$-Anrufbeantworter mit.
Der Pfarrer, heißt es in dem Schreiben, sei jedoch bereit, einen „Dialog der Kulturen“ in der Kirche anzuregen. Vielleicht eine Art Treffen von Protestanten mit pissenden Ausländern und Moslems, bei dem Taktlo$$ mit seinen nihilistischen Texten fraglos für Aufsehen sorgen würde.
Wir meinen: Für Lockerungsübungen christlicher Gemeinden gegenüber der Freiheit der Kunst ist es tatsächlich an der Zeit.



