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»Bereit für die Exekutierung des Hauptstadt-Establishments« – Tim Schäfer (030).

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A.M.T. „Brennstoff“. VÖ: 23.10.2009 | Label: brdBA$$$ | Vertrieb: MDM Mutualism

BRENNSTOFF NUR NOCH IM BASSSSTORE ERHÄLTLICH.

Radio-Sendungen mit A.M.T.:
Pyranja @ Fritz

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Shir Khan @ Fritz

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Album-Preview:

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A.M.T sind die halbpakistanische (Film-)Autorin Anne Khan und der deutsch-amerikanische Philosoph Robert Defcon, die sich mit ihrem Debut »Brennstoff« souverän als deutsch-lokaler Arm des globalen Elektro-Freibeutertums formieren und dabei den Schulterschluss mit Sound- und Theorie-Eklektikern wie Santigold und Amanda Blank, Terry Lynn und Yo! Majesty suchen. Letztere wiederum tauchen, zusammen mit unter anderen den Berliner Dubstep-Bombern Maxximus und Robot Koch und Puppetmasta Blake Worrell auch auf der gerade erschienenen Compilation »Basss Brains« ihres hauseigenen Labels »brdBA$$$« auf.

Entsprechend knallen auf »Brennstoff« antikapitalistische Dancehall-Motive ebenso wie gender-beugender Old-School-Elektro, aufgesexte Crunkzicken und polit-prügelnder Porno-Hop, während die beiden Musiker von Banküberfällen wie bei ihrer ersten Single »Schwerer Junge«, Orgien auf der Arbeitsagentur oder dem Absturz in eine Reise ohne Wiederkehr berichten – poppiger Kult sinnfreier Oberfläche und erkenntnisschwangere Tiefe gehen dabei so elegant und verspielt miteinander einher wie man es zuletzt vielleicht bei Kraftwerk gehört hat.
YouTube Preview ImageMinimalpop aus TOFAs Visual-Labor: Schwerer Junge gibts @ i-tunes & amazon

Hier hat Khans Dada-Minimalismus im Baile-Funk-Stil beim Opener »Berlin Basss« ebenso so viel Platz wie die Discokryptik des teutonischen Retrotracks »Gläsere Schicht« mit Defcon, der mit tiefer gelegter Roboterstimme von magischen Versprechen, brennenden Augen und Stichen im Herz erzählt…

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…oder die expressiv-quietschende Crunkheit von »Crack«, auf der Khan zeigt, warum der Stern sie bereits etwas voreilig als Nina Hagen des Rap bezeichnet hat: »Mein Herz schlägt Spiegel ein/ mein Puls ist Totschlag«.

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Und schließlich gibt es auch das zärtliche Duett »Wüstenwinde« – eines der schönstes Liebeslieder ever, das zu dicken Elektronikklängen die Geschichte der beiden Verliebten erzählt, die sich im Puls der Leidenschaft annähern, entfernen und einander schließlich verfallen.

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Eine geladene Portion Basss-Brennstoff, Hochenergie-Bühnen-Action und ihre, milde gesagt, unkonventionelle Art, Versatzstücke der Popgeschichte zu rekombinieren, trifft auf literarische Sprachgewalt, dekonstruktive Geschlechterpolitik auf Porno-Kanäle des Rap, ungezügelter Hedonismus auf Waffen politischer Kritik. Der funky Track »Hart Durchregieren«, der Khan als russische Merkel und Defcon als P-Premier Westerwelle featured, ist – gerade rechtzeitig zur schwarz-gelben Ära – die neue deutsche Nationalhymne. Humor, Protestaktion und Euphorie gehören bei A.M.T zusammen, denn: »wir wollen euch verwöhnen«. Defcons eisgekühlte Raps über Champagnerbäder am Strand inklusive.

http://www.vimeo.com/8423265

Bei aller musikalischen und textlichen Freshheit geht es dabei um den basssexuellen Komplex, der sich naturgemäß auch prachtvoll auf der Bühne aufführen lässt: So tritt man auch zur documenta 2007 in Kassels legendärem A.R.M.-Club gegen deren Homebase Kassel an, und bringt dabei die konzeptkünstlerisch interessierten Technoköpfe zum Kochen. Man spielt im Hamburger Bordell, verschafft sich auf Parties in Moabit Respekt und rockt das Pornofilmfest, dem man ein Bed-In beschert.

»Brennstoff« brummt unter massiv körperlicher, erotischer, und ironischer Musik, die lustvoll die Discosounds der Zeit plündert und aufmischt – und dabei vor allem Lunten zum Begehren ihrer Hörer legt: »Denn deine Lust« sagt der »Tanzandroid« ist der eigentliche Produzent.«

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Anne Khan/Tim Nowacki GbR - Raumerstr. 11 - 10437 Berlin - Tel. 030/50910400 - Email: robert.defcon@brdbasss.de - USt-IdNr.: DE264336527

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