Nach der großen Resonanz auf das Zensur-Special mit König Quasi & A.M.T auf Fritz Radio (Soundgarden mit Pyranja) schafft brdBA$$$ mit dem PrudeTube Day eine Plattform, um an jedem 13. des Monats mit zivilem Ungehorsam gegen YouTube-Zensur und Copyright-Lobby anzugehen. Also: Zum ersten Mal am 13.02. Pulp hochladen, was das Zeug hält. Es ist Zeit für Veränderung.
Haben Youtube und Myspace bereits 2006 das Anti-Irak-Kriegs-Video von A.M.T ohne Begründung gelöscht, sind es nun stark verfremdete Erotik-Bilder zu dem A.M.T -Burner„Hart Durchregieren“, die Youtube zu Weihnachten als „Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen“, wie es zur rudimentären Begründung heißt, zur Löschung veranlassen. Ein weiterer Verstoß werde mit Account-Löschung betraft. Das Protestschreiben des A.M.T-Managements wird nicht beantwortet.
So werden über Jahrzehnte erstrittene Freiräume, die – auch in den USA – durch höchstrichterliche Rechtsprechung vom Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sind, von Plattformen wie MySpace, Youtube oder Facebook durch vor-demokratische, inhaltlich diffuse „Nutzungsbedingungen“ ersetzt, die durch firmeneigene Zensurbehörden durchgesetzt werden – unter aktiver Mitwirkung der Portal-User, die als Digital-Blockwärte „unangemessenen“ Content berichten.
Wir meinen: Es ist an der Zeit für eine digitale Grundrechtcharta, die die privaten Provider öffentlichen Raums an rechtsstaatliche, transparente und mit Einspruchsmöglichkeiten verbundene Standards bei der Bewertung und Löschung von Inhalten bindet.
Eine hart durchzensierte Fassung des Clips haben wir – bei Youtube – online gestellt:
Akte Quasi: Neue Youtube Zensur-Software
Ende November wird ein brdBA$$$-Video über den Rapper König Quasi gesperrt. Begründung hier: Es werde Copyright-geschütztes Material der Warner Media Group verwendet, eine eindeutig falsche Unterstellung, die sich auf den Song „König der Welt“ von Quasi bezieht.
Hintergrund ist die Auseinandersetzung zwischen Warner und Youtube: Alle Warner-Inhalte sind seit Anfang 2009 auf Youtube gesperrt. Youtube seinerseits scannt alle eingestellten Inhalte mit einer heuristischen Software und sperrt diese auf Verdacht, es könne sich um Warner-Inhalte handeln.
Schlechte Zeiten für Verdächtige: Das für diese Fälle vorgesehene Einspruchsformular führt bislang zu keinerlei Reaktion seitens Warner oder Youtube.
Hier eine Version des Clips, bei dem der Song runtergepitcht wurde und anstandslos die Zensursoftware passiert:
Akte Taktlo$$: Pfarrer Dr. Peter Neumann diffamiert?
Vor der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche: „Hier wird gepisst von Ausländern, hier werden Texte gesungen – macht das mal alles vor der Moschee“. Mit diesen Worten erteilt Pfarrer i.R. Dr. Peter Neumann dem rappenden Taktlo$$, der vor der Kirche ein Video dreht, die rote Karte. Nach einem Wortgefecht verschwindet der Pfarrer verärgert im gegenüberliegenden „Weltladen“.
Das liegt nun vier Jahre zurück, ist aber seither in dem Videoclip „Wer ist dein Gott“ von Taktlo$$ auf Youtube und anderswo dokumentiert und hat über 600 000 Zuschauer interessiert.
Jetzt wird die fast vergessene Angelegenheit wieder aufgewärmt: Zu Weihnachten wird brdBA$$$ von Dr. Peter Neumann – offenbar in Ermangelung eines verantwortlichen Ansprechpartners – aufgefordert, das auf brdbasss.de eingebettete Youtube-Video von der Seite zu nehmen. Begründung: Verletzung von Persönlichkeitsrechten und Diffamierung des Pfarrers. Auch die Löschung des Youtube-Clips wird angestrebt, teilt der Pfarrer zudem auf dem brdBA$$$-Anrufbeantworter mit.
Der Pfarrer, heißt es in dem Schreiben, sei jedoch bereit, einen „Dialog der Kulturen“ in der Kirche anzuregen. Vielleicht eine Art Treffen von Protestanten mit pissenden Ausländern und Moslems, bei dem Taktlo$$ mit seinen nihilistischen Texten fraglos für Aufsehen sorgen würde.
Wir meinen: Für Lockerungsübungen christlicher Gemeinden gegenüber der Freiheit der Kunst ist es tatsächlich an der Zeit.
Jetzt online: Enthüllungsreport Berlin brutal. Von ganz unten haben sie sich an die Spitze einer kannibalistischen Verbrechersekte gearbeitet: König Quasi und General 3035. Der gebürtige Halbspanier Quasi ist Surrealist, Lover, Gentleman und Terrorist – für ihn und seine Brüder gelten andere Gesetze. Er rappt gechillte Lyrics über bassende Beats.
»Eines der schönsten deutschen Liebeslieder« hieß es beim »Stern« und Stern-Leser wählten A.M.T zu den »Stars von Morgen«. Regisseur Oliver Päßler (Arte, ZDF) ergriff die Gelegenheit und drehte zu dem Liebes-Duett »Wüstenwinde« von der neuen A.M.T.-Platte »Brennstoff« ein opulentes Video – ein Romantik-Schock für die harten Stoff gewöhnte Fangemeinde.
Wir trafen ihn zum Interview: Robot Koch hat den Berliner Standard in Sachen Basss in schwindelerrengende Deepness tiefer gelegt. Eine Ladung Laser absondernder Analog-Synths verpasst dem Hip Hop eine Dubstep-Infusion, die die Breakbeats in noch nie gehörte Styles zerlegt, Arsch auf Bombe.
Von diesem smarten Androiden aus Berlin-Kreuzberg sind in Zukunft bahnbrechende Definitionsversuche der Basss-Musik zu erwarten – viele von ihnen werden bei seinem neuen Digital-Label »Robots don’t sleep« erhältlich sein. Sein Debut-Release »Death Star Droid« wird von der internationalen Presse bereits als Meilenstein gefeiert.
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Shir Khan @ Fritz
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Album-Preview:
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A.M.T sind die halbpakistanische (Film-)Autorin Anne Khan und der deutsch-amerikanische Philosoph Robert Defcon, die sich mit ihrem Debut »Brennstoff« souverän als deutsch-lokaler Arm des globalen Elektro-Freibeutertums formieren und dabei den Schulterschluss mit Sound- und Theorie-Eklektikern wie Santigold und Amanda Blank, Terry Lynn und Yo! Majesty suchen. Letztere wiederum tauchen, zusammen mit unter anderen den Berliner Dubstep-Bombern Maxximus und Robot Koch und Puppetmasta Blake Worrell auch auf der gerade erschienenen Compilation »Basss Brains« ihres hauseigenen Labels »brdBA$$$« auf.
Entsprechend knallen auf »Brennstoff« antikapitalistische Dancehall-Motive ebenso wie gender-beugender Old-School-Elektro, aufgesexte Crunkzicken und polit-prügelnder Porno-Hop, während die beiden Musiker von Banküberfällen wie bei ihrer ersten Single »Schwerer Junge«, Orgien auf der Arbeitsagentur oder dem Absturz in eine Reise ohne Wiederkehr berichten – poppiger Kult sinnfreier Oberfläche und erkenntnisschwangere Tiefe gehen dabei so elegant und verspielt miteinander einher wie man es zuletzt vielleicht bei Kraftwerk gehört hat. Minimalpop aus TOFAs Visual-Labor: Schwerer Junge gibts @ i-tunes & amazon
Hier hat Khans Dada-Minimalismus im Baile-Funk-Stil beim Opener »Berlin Basss« ebenso so viel Platz wie die Discokryptik des teutonischen Retrotracks »Gläsere Schicht« mit Defcon, der mit tiefer gelegter Roboterstimme von magischen Versprechen, brennenden Augen und Stichen im Herz erzählt, oder die expressiv-quietschende Crunkheit von »Crack«, auf der Khan zeigt, warum der Stern sie bereits etwas voreilig als Nina Hagen des Rap bezeichnet hat: »Mein Herz schlägt Spiegel ein/ mein Puls ist Totschlag«. Und schließlich gibt es auch das zärtliche Duett »Wüstenwinde« – eines der schönstes Liebeslieder ever, das zu dicken Elektronikklängen die Geschichte der beiden Verliebten erzählt, die sich im Puls der Leidenschaft annähern, entfernen und einander schließlich verfallen.
Eine geladene Portion Basss-Brennstoff, Hochenergie-Bühnen-Action und ihre, milde gesagt, unkonventionelle Art, Versatzstücke der Popgeschichte zu rekombinieren, trifft auf literarische Sprachgewalt, dekonstruktive Geschlechterpolitik auf Porno-Kanäle des Rap, ungezügelter Hedonismus auf Waffen politischer Kritik. Der funky Track »Hart Durchregieren«, der Khan als russische Merkel und Defcon als P-Premier Westerwelle featured, ist – gerade rechtzeitig zur schwarz-gelben Ära – die neue deutsche Nationalhymne. Humor, Protestaktion und Euphorie gehören bei A.M.T zusammen, denn: »wir wollen euch verwöhnen«. Defcons eisgekühlte Raps über Champagnerbäder am Strand inklusive.
Bei aller musikalischen und textlichen Freshheit geht es dabei um den basssexuellen Komplex, der sich naturgemäß auch prachtvoll auf der Bühne aufführen lässt: So tritt man auch zur documenta 2007 in Kassels legendärem A.R.M.-Club gegen deren Homebase Kassel an, und bringt dabei die konzeptkünstlerisch interessierten Technoköpfe zum Kochen. Man spielt im Hamburger Bordell, verschafft sich auf Parties in Moabit Respekt und rockt das Pornofilmfest, dem man ein Bed-In beschert.
»Brennstoff« brummt unter massiv körperlicher, erotischer, und ironischer Musik, die lustvoll die Discosounds der Zeit plündert und aufmischt – und dabei vor allem Lunten zum Begehren ihrer Hörer legt: »Denn deine Lust« sagt der »Tanzandroid« ist der eigentliche Produzent.«
Während die Airplays von der neuen A.M.T.-Scheibe “Brennstoff” auf Fritz, Radio 1, Byte FM, Motor FM und vielen anderen Radiostationen in die Höhe schnellen, entsteht als Dank an die Fans ein neues Video nach dem anderen. Und: Das beste kommt noch! Stay tuned…
Kaufen kann man die neue A.M.T.-Scheibe “Brennstoff” im BASSSStore, bei i-tunes oder auch hier bei Amazon.
“Death Star Droid’ is definitely one of the standout instrumental albums of the year.” (ATM magazine)
“If, in some distant future, robots will make folk music, this is what it would sound like.”(The Crack Magazine)
“Robot Koch has been conducting a gothic galactic aesthetic of ten ton beats and space age melodies.” (dazed and confused)
“Like mum and ratatat covering a dubstep tune” (stop play rewind)
“With much pride I announce that our boy Robot Koch is releasing his debut album “Death Star Droid”! Using the term “debut” seems off since he’s put out more material than some artists have in their whole career” (in search of arcadia)
“Away from has this feel like Lykke Li played by Lamb- real 21st century big city blues.” (lowriders)
“There are some jaw dropping moments on the record, sure to shake some books off your shelves.” (yesyesyall.org)
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